Was ist ein Waldkindergarten
1.1 Definition Waldkindergarten PDF Drucken

Bei der Definition des Waldkindergartens „Wurzelzwerge“ Filderstadt wird von der reinen Form des Waldkindergartens ausgegangen. Hierbei ist eine Gruppe von Kindern unabhängig von Jahreszeiten und Witterungen in einem bestimmten und räumlich begrenzten Waldgebiet im Freien.

Dieses Waldgebiet ist leicht erreichbar und öffentlich zugänglich. Als Schutzraum stehen dem Kindergarten zwei umgebaute Bauwägen, ein Indianer-Tipi-Zelt und eine Jurte, welche jeweils mit einer Feuerstelle zu beheizen sind zur Verfügung. Somit gibt es im reinen Waldkindergarten also kein festes Gebäude.

 
1.2 Allgemeine Geschichte PDF Drucken

Die ersten Grundlagen der Wald- und Naturpädagogik stammen aus Schweden. Dort gibt es bereits seit 1892 organisierte Aktivitäten für jedes Alter in diesem Bereich. Mitte des 20. Jahrhunderts bildete sich eine erste Vorschulgruppe. Von dort gelangte die Waldkindergartenbewegung nach Dänemark. Ella Flatau gründete Ende der fünfziger Jahre den ersten Waldkindergarten. Inzwischen gibt es in Dänemark etwa 100 solcher Einrichtungen.

Die Erzieherinnen Kerstin Jebsen und Petra Jäger machten erste Erfahrungen in Dänemark und brachten die Idee mit nach Deutschland. 1993 wurde somit in Flensburg der erste staatlich anerkannte Waldkindergarten eröffnet. Bereits ein Jahr später kam ein weiterer Kindergarten in Lübeck und einer in Berglen (Baden-Württemberg) dazu.

Diese überzeugende Idee verbreitete sich rasch weiter, so dass es mittlerweile über 500 Waldkindergärten in Deutschland gibt. Die Kindergärten beinhalten sowohl reine Waldkindergärten als auch integrierte Formen. Seit dem Jahr 2000 sind die Einrichtungen in einem Bundesverband organisiert. Außerdem gibt es in einigen Bundesländern auch Landesverbände. So fasst der Landesverband Baden-Württemberg beispielsweise bereits über 200 Gruppen.