In luftiger Höhe

Am 07. Mai 2026 trafen sich alle Wildkatzen um 8.00 Uhr am Spielplatz beim Rathaus in Plattenhardt.

Mit Sportsachen und Vesper im Rucksack machten wir uns auf den Weg zur Waldau. Zunächst fuhren wir mit dem Bus bis Degerloch, wo wir in die U-Bahn umsteigen mussten. Bei der Haltestelle „Waldau“ stiegen wir aus und liefen dann an der Waldschule vorbei Richtung DAV- Kletterzentrum. 

Im Kletterzentrum angekommen, stärkten wir uns erstmal mit unserem Vesper und zogen schon mal unsere Klettersachen an. Während wir vesperten konnten wir die Kletterer beobachten, die um uns herum mit Seil und Klettergurt die riesigen Kletterwände hinauf kletterten. Dabei entdeckten wir doch tatsächlich zwei bekannte Gesichter: die Eltern von Malina waren auch gerade am Klettern. So ein Zufall!

Um 10 Uhr trafen wir uns dann mit unserer Trainerin, die uns zunächst mit in die Boulderhalle nahm. Dort machten wir ein Spiel, um unsere Muskeln vor dem Klettern aufzuwärmen. Das Spiel „Feuer-Wasser-Sturm“ war uns bereits aus dem Kindergarten bekannt. Wir spielten es außer mit den Kommandos „Feuer“, „Wasser“ und „Sturm“ noch mit den Varianten „Sonne“, „Banane“ und „Fledermaus“. Wir kamen dabei ganz schön ins Schwitzen. Nachdem wir uns genug aufgewärmt hatten, bekam jedes Kind einen Klettergurt, den es alleine  anziehen durfte. Damit der Gurt genau am Körper anliegt, überprüfte die Trainerin jeden Gurt noch einmal und stellte die verschiedenen Schlaufen genau ein.

Danach erklärte sie uns noch einige Kletterregeln, die wir zum Teil auch schon aus dem Kindi kannten z.B. dass man ausreichend Abstand zur Kletterwand hält, wenn  gerade jemand über einem klettert. Außerdem zeigte sie uns, wie das Kind, das gerade an der Kletterwand  klettert, von ihr mit einem Seil gesichert wird, damit es sich im Falle eines Sturzes nicht verletzen kann.  Das Sicherungsseil ist oben an der Kletterwand befestigt und wird mit einem Karabinerhaken in die Schlaufe des Klettergurtes eingehakt. Das andere Ende des Seils wird durch ein Sicherungsgerät am Klettergurt der Trainerin gezogen. Wenn ein Kind an der Wand klettert, zieht die Person, die sichert, das Seil immer ein Stück nach, damit dieses immer leicht gespannt ist. Falls jemand beim Klettern abrutschen sollte, verhindert das  Sicherungsgerät, dass das Seil zurückrutscht und der Kletterer nach unten stürzt..

Zunächst suchte die Trainerin eine Wand mit 7 Meter Höhe für uns aus. An der Wand gab es viele bunte  Klettergriffe, an denen man sich mit Händen und Füßen nach oben ziehen und abdrücken konnte. Manche  Klettergriffe hatten sogar die Form von Tieren. Bevor es aber ganz noch oben ging, wurde mit jedem Kind  das „Abseilen“ geübt. Dazu musste sich jeder aus einer geringen Höhe abseilen. Das funktioniert so, dass man sich in den Klettergurt hineinsetzt, die Beine dabei etwas gespreizt gegen die Wand stemmt und  sich dann Stück für Stück von der Wand mit den Füßen abdrückt, während die sicherende Person Stück für Stück Seil  nachgibt und das Kind langsam an der Wand nach unten gleitet. Die Kommandos zum Abseilen lauten: “zu” und “ab”. “Zu” bedeutet, dass man nicht mehr weiter nach oben klettern will und die Trainerin das Seil ganz straff zieht und “ab” bedeutet, dass man nun bereit ist, sich abseilen zu lassen und die Füße gegen die Wand streckt.

Dann ging es endlich los. Immer der Reihe nach durfte ein Kind nach dem anderen probieren, wie weit es sich traute, an der Kletterwand nach oben zu klettern. Dabei ist es wichtig, dass man seine eigenen Grenzen wahrnimmt und nur so weit klettert, wie es noch Spaß macht. Die Trainerin sagte uns immer wieder, dass es nicht um die Höhe geht, sondern darum, dass man Spaß am Klettern hat. Alle Kinder hatten ein sehr gutes Gespür dafür, wie weit sie klettern wollten.

Als alle etwas geübter waren, stellte die Trainerin noch besondere Aufgaben, wie z. B. „Probier mal nur mit Hilfe der gelben und roten Klettergriffe nach oben zu klettern oder benutz nur die Griffe einer Farbe.” Das ging auch richtig gut!

Zum Abschluss durften wir dann noch bouldern, so nennt man das Klettern ohne Seil. Dabei klettert man nicht in die Höhe, sondern versucht eine Distanz in die Weite zurückzulegen, ohne dabei auf den Boden zu fallen. Der Boden in  der Boulderhalle ist natürlich sehr viel weicher und die Kletterwand maximal 3 Meter hoch, damit man sich bei einem Sturz nicht verletzt. Die zwei Stunden gingen ratz fatz vorbei und leider mussten wir uns nach einem kurzen zweiten Vesper auch schon wieder auf den Rückweg begeben.  

Es war ein sehr schöner Ausflug und wir hatten alle sehr viel Spaß!

Text und Bilder: A. Weinmann