Am Morgen des 22.April trafen sich alle Wurzelzwerge, die schon 5 Jahre und älter sind
am Bahnhof in Filderstadt. Von dort machten wir uns mit S-Bahn und U-Bahn auf den
Weg nach Degerloch. Obwohl wir in Vaihingen nur 5 Minuten Zeit hatten um von der S
Bahn in die U-Bahn umzusteigen, schafften wir das ohne Probleme. Von der Haltestelle
„Waldau“ aus mussten wir dann ein gutes Stück durch den Wald laufen. Der Weg zum
Haus des Waldes war mit Pfeilen und roten Fernrohren, die auf einem Holzstapel
befestigt waren, gut ausgeschildert.
Dort angekommen nutzten wir die Zeit, um in der warmen Morgensonne erst einmal zu
vespern. Danach kam auch schon Susanne Bosch, die Waldpädagogin und begrüßte uns.
Sie erklärte uns, dass sie uns heute als „Forscher“ mit in den Wald nehmen möchte und
fragte uns, was ein Forscher denn alles können muss und welches Material er zum
Forschen benötigt. Wir zählten alles auf, was uns so einfiel z.B. Mut und Neugierde,
Essen, Trinken, Lupe, Werkzeug. Dann ging die Exkursion in den „Urwald“ auch schon los.
Zunächst mussten wir wie Füchse durch den Wald schleichen und genau beobachten was
wir auf dem Weg alles sehen und hören. Danach stellten wir uns in einem Kreis auf und
versuchten mucksmäuschenstill zu sein und uns alle Geräusche einzuprägen, die wir im
Wald wahrnahmen. Das waren vor allem verschiedene Vogelstimmen, aber auch
Geräusche von Forstmaschienen, eine Kirchturmuhr und Flugzeuge. Bevor es endgültig
los ging, musste jeder von uns noch eine Mutprobe bestehen, denn nur mutige Menschen
können als Forscher in den Urwald gehen. Susanne und Steffi schwangen ein großes
langes Seil und die Kinder mussten nach und nach durch das schwingende Seil hindurch
laufen ohne es zu berühren. Zum Glück schafften wir es alle (sogar die Erzieherinnen).
Auf unserer „Reise“ durch den Urwald begegneten uns auch ein paar ganz kleine
„Forscher“, die mit ihrer Tagesmutter im Wald unterwegs waren. Wir entdeckten einige
tolle Bauten, die ältere Kinder innerhalb eines Ferienprogramms im Wald gebaut hatten
und durften diese erkunden und „erklettern“. Außerdem konnten wir entdecken, dass
dieser Wald anders aussieht als unser Wald zu Hause in Filderstadt. Hier gab es andere
Bäume und Pflanzen als bei uns.
Nach dem ersten Erkunden der neuen Umgebung trafen wir uns in einem großen
Waldsofa um von Susanne zu erfahren, was wir hier genau erforschen sollten.
Sie erklärte uns, warum der Boden, der aus verschiedenen Schichten besteht, für den
Wald und auch für uns Menschen so wichtig ist. Aus der Erde, besonders aus der
wertvollen Hummus-Schicht, kommt neues Leben hervor. Hier wachsen neue Pflanzen
und es werden alte Pflanzenteile z.B. das abgeworfene Laub vom Herbst von unzähligen
kleinen Lebewesen wieder zersetzt und mit Nährstoffen angereichert. Damit man
erforschen kann, ob ein Waldboden gesund ist, untersucht man die Erde und die Tiere, die
man darin findet.
Wir teilten uns deshalb in Kleingruppen auf und jede Gruppe bekam Schaufeln,
Lupenbecher, Klemmbretter mit Stiften und ein Bestimmungsbild, auf dem verschiedene
Bodentiere abgebildet und mit Namen beschriftet waren.
Schon nach kurzem Buddeln und Graben wurden wir fündig. Wir fanden Laubspinnen,
Waldameisen, Käferlarven, Schnurfüßer, Waldschaben, Mauerasseln, Gliederfüßer,
Mistkäfer und einen Marienkäfer. Jede Gruppe musste ihre gefundenen Bodentiere
aufmalen und einer Abbildung zuordnen. Wir entdeckten dabei, dass Spinnen immer acht,
Insekten aber nur sechs Beine haben.
Zum Schluss stellte jede Gruppe ihr Bild vor und erzählte welche Tiere sie gefunden hatte
und wie diese heißen. Jedes Forschungsergebnis wurde mit einem Applaus gewürdigt
und dann machten sich die Forscher auch schon wieder auf den Rückweg durch den
Urwald. Diesmal durften immer zwei Kinder sich gegenseitig durch den Wald führen,
wobei das eine Kind sich einen kleinen Spiegel unter seine Nase hielt und dabei beim
Gehen nicht den Waldboden, sondern die Baumkronen betrachten konnte. Das war ganz
schön komisch und man kam sich ein bisschen wie ein „Vogel“ vor, der über die Bäume
hinweg schwebt.
Bevor wir uns auf den Weg zurück zur S-Bahn machten, hatten wir noch etwas Zeit um
am Haus des Waldes den kleinen „Baum-Kletter-Pfad“ auszuprobieren und uns nochmal
mit einem Vesper für den Rückweg zu stärken.

Text: S. Schriefer
Bild: S. Schriefer

